• Verena

Ätherische Öle. Der Einstieg und ein Interview


Die Aromatherapie und alles rund um das Thema Ätherische Öle ist seit mehr als zehn Jahren fester Bestandteil meines Alltags. Durch die Mutterschaft hab ich mein Wissen im Selbststudium nach und nach vertieft und finde es unglaublich toll, dass die Möglichkeit, sich damit den Alltag zu erleichtern, immer und immer mehr Anklang findet.

Es ist mir ein Anliegen, die Aromatherapie streng von esoterischem Gedankengut abzugrenzen, denn ich erfahre immer wieder und zunehmend, dass sie von Menschen und Feldern angewandt wird, die viel falsches Wissen verbreiten und keinerlei Kompetenzen haben woraus sich klarerweise Fehlanwendungen ergeben können.

Aromatherapie bedeutet – übersetzt – „Heilung durch Aromastoffe“. Aromastoffe sind chemische Substanzen, die den Geruchssinn ansprechen.

Für mich hat die Aromatherapie einen ganz klaren Stellenwert neben der Schulmedizin und ist als komplementärmedizinische Therapie neben der Homöopathie eine meiner meist angewandten Methoden, wenn die Kinder an kleinen Wehwehchen leiden.

Die Anwendung starker ätherischer Öle in hoch dosierter Form ist für mich nicht Wellness, sondern eine medizinische Anwendung, die ausschließlich Ärzten, Apothekern mit entsprechendem Fachwissen oder auch speziell ausgebildeten Fachleuten vorbehalten sein sollte weil sie auch Nebenwirkungen mit sich bringen kann.

Die Aromatherapie im Sinne der Behandlung von Krankheiten ist ÄrztInnen vorbehalten, die zusätzlich ausreichende theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrung in „Medizinischer Aromatherapie“ erworben haben sollten.

Meine Beiträge sollen vor allem ein Denkanstoß sein, alles was ich hier schreibe kann zuhause bedenkenlos angewandt werden, denn bei Anwendungsvorschlägen werde ich ausschließlich Konzentrationen der äth. Öle angeben, die in einem vertretbaren Bereich stehen.

Ich hoffe, in der kommenden Serie Natürlichkeit vermitteln zu können, das Vertrauen der Mütter zu stärken, Laien-Kompetenz zu fördern und die Empathie wachsen zu lassen. Wie schon in der Homöopathie-Checkliste gebe ich der Mutter selbst wieder eine große Portion Vertrauen mit was ihre eigene Intuition angeht, denn mit vernünftig angewandtem Wissen im Gepäck, viel Urvertrauen und Gespür weiß jede Mama was ihre Familie bzw. das Kind in diesem Moment "braucht".

Für den Start in die Serie habe ich mir überlegt,  eine liebe Unbekannte aber natürlich doch nicht ganz so unbekannte Mama zu interviewen , von der ich weiss, dass sie sich seit langer Zeit mit ätherischen Ölen beschäftigt. Die Rede ist von Sigrid, einer bald 4-Fachmama aus dem wunderschönen Oberösterreich. Wir kennen uns seit Jahren über Instagram (@romyandtheboys) und vom ersten Tag an spürte ich bei Sigrid und ihrem Fokus, ihrer Art zu leben:

Heimeligkeit. Wohlwollen. Ganzheitlichkeit. Authentizität. Und vor allem eine große Kompetenz im Mama-Sein.



Hallo liebe Sigrid, schön, dass du uns ein bisschen etwas über dich und deine Liebe zu den Ölen erzählen magst. Ehrlich gesagt hatte ich schon ein bisschen Bammel, dich darum zu bitten, denn so richtig kennen tun wir uns ja nicht. Ich spüre aber eine gewisse Vertrautheit und dachte mir: Mit dieser Art, wie du uns an eurem Leben via IG an eurem Alltag teilhaben lässt  kann nichts schief gehen. Erzähl doch mal ganz kurz wer du bist, was du so machst und welchen Stellenwert die Öle in deiner Familie haben.

Ich bin Mama von zwei ( mittlerweile bald 4) tollen Kindern, sie mit Bewusstsein groß zu ziehen und ihnen so gut es geht ein Vorbild zu sein, ist im Moment meine Aufgabe. Ich arbeite nebenbei teilzeit und erhalte mir so ein bisschen Eigenständigkeit. Zur Freude meiner Familie und weniger meines Hüftgoldes, koche und backe ich sehr gerne. Außerdem liebe ich es zu fotografieren – schöne Momente festzuhalten bereitet mir Freude. Mit meinem kleinen Hobby Wandteppiche weben, habe ich vor ein paar Jahren mein persönliches kreatives Ventil gefunden. 

Grundsätzlich mag ich neben Harmonie, Einfachheit im Leben – denn sie ist schön, klar, ehrlich und tut richtig gut. Auf ätherische Öle trifft das ebenso zu und sie unterstützen daher ganz wunderbar unseren Lebensstil – kein Tag vergeht hier ohne diese kleinen Wunderfläschchen.  

Wie ich oft betone spielen Rituale bei uns eine bedeutende Rolle. Verwendest du manche Öle ritualmäßig oder lässt du die Situationen einfach im Alltag aufpoppen und denkst dir dann "Her mit der Flasche- Flott flott!"?

Beides trifft zu. Zum Entspannen und Einschlafen verneble ich abends ritualmäßig  täglich Öle in einem Kaltdiffuser – es hüllt den Raum in einen ganz besonderen Zauber, in dem man sich sofort wohlfühlt, ankommt, ruhiger wird und entschleunigt. 

 Auch tagsüber kläre ich damit sehr gerne die Luft und gebe unserem Daheim dadurch das gewisse Extra.  

Es gibt aber auch sehr viele Situationen im Alltag wo wir unser Öl-Körbchen hervor holen und kleine Wehwehchen ( die gibt es hier oft – auch bei Mama) damit lindern, sie generell als natürliche Medizin bei Krankheiten einsetzen, uns einen gesunden "oil-infused" Krug Energy-Water machen, sie in Massagen einbauen oder die Kinder schnuppern einfach daran, wenn ihnen danach ist und lassen sich davon bestärken.  Es gibt so viele Möglichkeiten.  

Der Umgang mit Ölen ist ja ein nicht zu unterschätzendes Terrain was die Sicherheit der Kinder angeht und es passieren ja leider auch immer wieder Fehlanwendungen bzw. klare Überdosierungen. Einerseits finde ich es eine unfassbar tolle Entwicklung, dass immer mehr Menschen zurück zu alternativen Heilmethoden greifen, allerdings gehört dazu eine satte Portion Grundwissen und im besten Fall Erfahrung. Andererseits muss klar gesagt sein, dass Gefahrenpotenziale beachtet werden müssen und dass ohne ausreichende Kenntnisse im Bereich von Anatomie, Physiologie, Wirkungsweise der Öle die Anwendung immer erst mit einer erfahrenen Person abgesprochen werden sollte. Kannst du Grundregeln nennen, die schlicht zu beachten sind bzgl. Dosierung, Konzentration, oder auch absolute No Go's? Woher nimmst du dein Wissen?

Ich habe einen Abendkurs über ätherische Öle besucht, das meiste praktische Wissen, verdanke ich allerdings meiner älteren Schwester. Jeder Anwenderin rate ich ebenfalls sich vor Gebrauch zu informieren. 

Wichtig ist außerdem ein absolut reines und hochwertiges Öl zu verwenden, denn nicht alle ätherischen Öle können unbedenklich ganzkörperlich angewandt werden. (Unbedingt Inhaltsstoffe auf der Verpackung kontrollieren. Nur 100%-Öle sind die richtigen!)  

Auch bei ätherischen Ölen gilt es, wie so oft: Weniger ist mehr! Denn auf Grund ihrer Reinheit sind sie sehr intensiv und müssen daher auf der Haut mit einem "Trägeröl" verdünnt werden, hierzu eignen sich alle natürlichen Hautöle – wie z.B. Mandel, Sesam, Kokos, Olive, Jojoba. Unverdünnt kann es eventuell zu Hautirritationen führen.  Außerdem sollte der Kontakt mit den Augen unbedingt vermieden werden. Die Öle kann man gut untereinander mischen – egal ob auf der Haut oder im Diffuser. 

Richtwerte:  

je 1 Tropfen zum Verreiben auf der Haut + Trägeröl! 

(bei Kleinkindern auf die Fußsohlen) 

1 Tropfen für 1 Liter Wasser/Tee als Getränk 

(nur Krüge oder Flaschen aus Glas verwenden) 

1 Tropfen zum kochen/backen 

 3-5 Tropfen im Diffuser zum vernebeln  

(keine Duftlampen mit Kerze verwenden – das würde die Öle verbrennen)

Gibt es klare Favoriten, welche du ohne Bedenken jeder Mama empfehlen kannst? Würdest du uns deine TOP 3 Frühlingsbegleiter verraten? Und vielleicht die eine oder andere Anwendung dazu?

Wenn ich nach unseren meist geleerten Fläschchen gehe, dann sind Lavendel, Salbei, Zedernholz und Zitrone unsere klaren Favoriten. Diese Öle sind richtige Allrounder – vor allem Lavendel ist ein Begleiter für alle Lebensbereiche: Ob als Erste Hilfe und Desinfektion bei kleinen Schnitten, Mückenstichen oder leichten Verbrennungen. Oder zum Entstören von Narben, als Einschlafhilfe, bei Regelschmerzen und Nervosität. 


Zedernholz erdet stark bei Unruhe und eignet sich sehr gut zum vernebeln im Raum.

Salbei kommt bei Erkältungen und jeglichen Zahnfleisch- oder Zahnproblemen zur Anwendung. 

Zitrone, sowie andere Zitrusfrüchte, sind sehr erfrischend zum Trinken, Entschlacken und schenken natürlich gesunde Energie. Manchmal landet auch ein Tropfen davon in einem Kuchen von mir :-) oder im Kühlschrank zum desinfizieren und gegen schlechte Gerüche.  

Ich liebe übrigens auch Pfefferminze (bei (Reise)-Übelkeit, Kopfschmerzen), Grapefruit, Fenchel (bei Bauchweh, Blähungen), Copaiba (entzündungshemmend) und Weihrauch ( gut gegen Falten – ja die habe ich schon :-). 


Vielen lieben Dank für dein inspirierendes Gespräch. Ich bin sicher, jetzt laufen einige Mamas sofort in die Stadt und wollen Öle shoppen. Danke dir von Herzen!

Ich mag es, wenn Menschen so von dem überzeugt sind, was sie machen. Wenn sie sich informieren, wenn sie Gutes in den Alltag einbauen und Anderen damit eine Inspiration sind. Im nächsten Öle-Teil werde ich näher darauf eingehen, was die Merkmale von ätherischen Ölen sind, worauf ihr beim Kauf achten solltet und wie einzelne Herstellungsverfahren aussehen.